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ConCom Goa 2009 Vier Studierende aus
unterschiedlichen Studienbereichen am Mozarteum hatten sich
im Lab Inter Arts auf das mehrjährig angelegte "ConCom-Projekt"
vorbereitet. Sechs Studierende der Kala-Academy/Goa, einer Kunstausbildungsstätte
und zugleich einem Kunst- und Kulturzentrum, erwarteten die
Salzburger im Dezember 2009 in Indien. Initiator und Organisator
des zweiwöchigen Projekts war Univ.Prof. André de
Quadros von der School of Music der Boston University/USA, der
die Leiterin des LIA – Lab Inter Arts, Univ.Prof.in Helmi
Vent, gebeten hatte, die Projektentwicklung und -durchführung
in Indien zu übernehmen.
Helmi Vent: "Ein halbes Jahr vor unserer Abreise haben
wir mit den Vorbereitungen begonnen, haben einen Film (als Gastgeschenk)
gedreht über Ausschnitte unserer Arbeit im Lab Inter Arts,
haben Texte studiert über indische Kultur, Religion, Gesellschaft
und interkulturelle Philosophie, haben Filmdokumentationen über
Land und Leute und deren Künste in Indien angeschaut und
diskutiert.
Diese Vorbereitungen waren die eine Seite des ConCom-Projekts;
das Hingehen und gemeinsame Arbeiten war die ganz andere: Das
feucht-heiße Klima, das gewöhnungsbedürftige
indische Englisch, der unerwartet schöne Akademie-Campus,
koloriert durch Saris, Jeans und Seidenschals, ja, und die Menschen,
die Lehrenden und Studierenden, deren Lebens- sowie Lehr- und
Lernkultur – genannt sei ihr Verständnis von Musik-,
Tanz-, Sprech-Theater – so ganz anders ist als die unsrige.
So fremd uns dort vieles war, so fremd waren wir ZentraleuropäerInnen
unseren Gastgebern, vor allem in unserer Art und Weise, uns
mit unseren Instrumenten, Körpern, Stimmen künstlerisch
zu äußern und gestaltend mit diesen Äußerungen
umzugehen. Schnittmengen waren gesucht, zunächst Schnittmengen
in der Alltagskommunikation, später auf der Ebene künstlerischer
Kommunikation. Solch ein Ausschau-Halten nach Schnittmengen
braucht erstmal seine Zeit, braucht ein Miteinander-Lachen und
ein spielerisches Ins-Gespräch-Kommen. Die gelernten Künste
der TeilnehmerInnen aus West und SüdOst melden sich bei
der weiteren Arbeit ohnehin."
Was wir in der ersten Begegnungsphase gelernt haben?
"Das ist natürlich bei jedem von uns verschieden,
aber da ist ein Zuwachs bei uns allen besonders auf übergreifend
interkultureller Ebene, z.B. die Herausforderungen von Andersartigkeiten
im Arbeitsprozess aktiv anzunehmen und das Potenzial von kultureller
und künstlerischer Verschiedenheit für unser performatives
Labor-Projekt erkennen und einsetzen zu lernen. Wir werden bei
der Projektfortsetzung im September 2010 eher einschätzen
können, wo Verständigung auf dem 'anderen' Kontinent
ihre Möglichkeiten und Grenzen hat, werden größeren
Mut haben, zentraleuropäische und südasiatische Ästhetik
performativer Künste als besondere Triebfeder in unserer
weiteren künstlerischen Laborarbeit in den Mittelpunkt
zu rücken. So sind manche ConCom-Teilnehmer bereits dabei,
auf der Grundlage ihrer Ersterfahrungen in den Zwischenräumen
von Performance Art und der Community an der Kala Academy/Goa
spezifischere Wünsche ins Auge zu fassen: performative
Arbeit in Duo- und Trioformation – innerhalb und außerhalb
des Campus'."
Und unter den kleinen Annäherungsversuchen hört man
Shrinivas Usgoankar mit Faszination das Jodeln üben, das
ihm Franziska Berger aus Südtirol in den Projektpausen
versucht hat beizubringen.
in: UniArt März 2010
Universität Mozarteum Salzburg (Hg.)
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