Übersicht
WS 2010-11
Von Dada bis dato. Prozessorientierte Konzepte in den Künsten
Die Lehrveranstaltung wirft ein paar Spotlights auf verschiedene Strömungen,
Werke und Schlüsselfiguren in den Künsten des 20. Jahrhunderts
bis hin zu künstlerischen Crossover-Laboratorien unserer Tage.
Bei den ausgewählten Strömungen rückt der Prozess des
Kunstmachens, der Prozess des Werdens und Entstehens von Kunst in den
Mittelpunkt: Dada, Fluxus, Happening, Performance, Site Specific Art
u.a.. Die Auseinandersetzung mit situativen Bedingungen des Art-Making
Process, das Experimentieren mit Materialien und Techniken, mit Kommunikations-
und Interaktionsformen etc. werden dabei selbst zum Thema von Kunst
und suchen in den Laboratorien des 21. Jahrhunderts immer wieder nach
neuen Versuchsräumen für eine Integration der Künste
ins gesellschaftliche, politische und soziale Leben.
Grundlage der Orientierung und Auseinandersetzung bilden ausgewählte
Texte sowie Klang- und Filmbeispiele.
SS 2010
Verbindungen von Musik und Tanz nach 1970
In dem variantenreichen Beziehungsverhältnis von Musik und Tanz
– ob nach hierarchisch geordneten oder in wechselseitig durchdringenden
Prinzipien tänzerischer und musikalischer Gestik oder ob in Form
einer autonomen Dialogführung beider Künste – geht es,
unterstützt durch Filmdokumentationen, um ein Herausarbeiten
- von anthropologisch-kulturellen Hintergründen und Gegebenheiten
ausgewählter
Ausprägungsformen mitteleuropäischer Musik-Tanz-Landschaft
(schwerpunktmäßig ab 1970),
- von ästhetischen Eigenarten, die das Zusammenwirken beider
Künste in diesen
gewählten Ausprägungsformen bestimmen,
- von unterschiedlichen Funktionen der einzelnen Ausdrucksformen
in der Spiegelung
gesellschaftspolitischer Konzepte.
Grundlage der Auseinandersetzung bilden ausgewählte Schriften
von Musik- und Tanzkünstlern, Musik- und Tanzwissenschaftlern sowie
Kunstphilosophen der vergangenen Jahrzehnte.
Basislektüre
VENT, Helmi: Funktionen musikalischer Komposition im zeitgenössischen
Tanztheater
In: Gesellschaft für Tanzforschung (Veröff.) / KLEIN, Michael
(Hg.): Tanzforschung, Bd. 2/1991,
Nötzel Verlag, Wilhelmshaven 1992
WS 2009-10
Schwerpunkt: westliche (zentraleuropäische) und südasiatische
Kultur (Indien)
Das Seminar im Rahmen "Ästhetischer Theorien" ist eine
Ergänzungs-Lehrveranstaltung zum interkulturellen Projekt "ConCom"
auf der Kooperationsschiene LIA – Lab Inter Arts (Mozarteum Salzburg),
Boston University (USA) und Kala-Academy/Goa (Indien). Das Seminar ist
ein Angebot im Rahmen des "Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst"
der Salzburger Universitäten Paris Lodron und Mozarteum.
Das Seminar fokussiert
- philosophisch-religiöse sowie sozial-gesellschaftliche Fragestellungen
in Bezug auf indische Kultur
und in Bezug auf die geplante performative Laborarbeit vor Ort,
- ästhetische Ausprägungsformen ausgewählter indischer
Klang-, Tanz- und Performance-Künste, gewählten Ausprägungsformen
bestimmen,
- Projektbedingungen, die sich an kontextuellen Gegebenheiten und
Ressourcen orientieren werden,
- Dokumentationsformen der ersten Projektentwicklungsphase und deren
geplante Evaluation im SS 2010.
Das mehrjährig angelegte ConCom-Projekt begibt sich im Dezember
2009 in seiner ersten Phase nach Mumbai und Goa. Im Januar 2010 wird
die LV nach der Rückkehr der ProjektteilnehmerInnen regulär
fortgesetzt.
Basislektüre
MALL, Ram Adhar: Philosophie im Vergleich der Kulturen. Interkulturelle
Philosophie - eine neue Orientierung
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1995
HAN, Byung-Chul: Hyperkulturalität. Kultur und Globalisierung
Merve, Berlin 2005
WS 2008-09
Interkulturelle Projekte in den Künsten – Konzepte und
Modelle
Die Lehrveranstaltung befasst sich zunächst mit dem Bezugsverhältnis
von Kunst-Kultur-Interkultur. Auf dieser Hintergrundplattform werden
– begleitet von Filmbeispielen – Konzepte von Künstlern
und Künstlerinnen, die ihre Entwürfe in interkulturelle Zusammenhänge
eingebunden haben, vorgestellt und diskutiert. Die Konzeptdiskussionen
werden ergänzt durch Live-Präsentationen von Vertretern und
Vertreterinnen aus verschiedenen Kunst- und Kulturbereichen.
Partner der Lehrveranstaltung: Leopold Kohr Akademie, Salzburg; Kulturelle
Sonderprojekte Salzburg; K. initiative junge kultur salzburg
Basislektüre
VENT, Helmi: Intermediale künstlerische Bildung in der Projekt-
und Kulturarbeit. Statement. In: PASUCHIN, Iwan (Hg.) (2007): Intermediale
künstlerische Bildung. Kunst-, Musik- und Medienpädagogik
im Dialog
Kopaed, München, S. 63–69
WS 2007-08
Raumdimensionen in den Künsten
Das Interesse der Lehrveranstaltung gilt ausgewählten zeitgenössischen
Strömungen und Leitideen von Labor- und Inszenierungsfeldern, in
denen Räume bzw. Orte den Anlass gegeben haben für die Entstehung
von Bewegungs-/Aktions-/Klang-/Skulptur- etc. -Künsten. Um die
ästhetischen, sozialkulturellen und gesellschaftspolitischen Hintergründe
solcher Strömungen in der Gegenwart verstehen und einordnen zu
können, werden auch Vorläufer von Raum-Inszenierungskonzepten
aus dem 20. Jahrhundert vorgestellt. In Verbindung mit dem Konzept "Doing
Culture" werden die theoretischen Studien der LV durch künstlerisch-kulturelle
Praxisaspekte in Laborräumen vor Ort komplementiert und didaktisch
reflektiert.
Die LV ist ein Angebot im Rahmen des "Schwerpunkt Wissenschaft
und Kunst / Paris Lodron Universität Salzburg und Universität
Mozarteum Salzburg".
Basislektüre
ANGERMANN, Klaus / BARTHELMES, Barbara: Die Idee des klingenden Raumes
seit Satie. In: JOST, Ekkehard (Hg): Musik zwischen E und U
Schott, Mainz, London, New York, Tokio 1984, S. 107–126
SEITZ, Hanne: Räume im Dazwischen. Bewegung, Spiel und Inszenierung
im Kontext ästhetischer Theorie und Praxis
Klartext, Essen 1996
SCHROER, Markus: Räume, Orte, Grenzen. Auf dem Weg zu einer Soziologie
des Raums
Suhrkamp, Frankfurt 2006
SS 2007
"Doing Culture" Teil II
Als Fortsetzung des Seminars "Doing Culture" vom WS 2006-07
werden wir uns im SS 2007 auf verschiedene Diskussionsfelder zwischen
Kulturanthropologie – Kunst – Performance
begeben und diesmal insbesondere prozesshaft orientierte Kulturarbeit
in Form performativer Praxis ins Blickfeld der Aufmerksamkeit rücken.
Die im Interdisziplinären Projekt "RaumKlangKörperTheater"
(s. LV 12.0005) erarbeiteten Rohmaterialien vom WS 2006/07 werden evaluiert,
in Verbindung mit konzeptuellen Parametern für Performance-Arbeit
diskutiert und schließlich in szenische Konzeptentwürfe überführt.
Die LV ist ein Angebot im Rahmen des "Schwerpunkt Wissenschaft
und Kunst / PLUS und MOZ" und steht inhaltlich in Verbindung mit
dem Interdisziplinären Projekt, das in der Kollegienkirche Salzburg
stattfindet.
Basislektüre:
HÖRNING, Karl H. und REUTER, Julia (Hg.): Doing Culture. Neue Positionen
zum Verhältnis von Kultur
und sozialer Praxis
Transcript, Bielefeld 2004
Weitere
Informationen (MozOnline)
WS 2006-2007
Positionen zum Verhältnis von Kultur und sozialer (Musik- und
Tanz-)Praxis
Als Fortsetzung des "Philosophischen Cafés" vom SS
2006 werden wir uns erneut auf Diskussionsfelder zwischen Kulturphilosophie
– Kunst – Pädagogik begeben und diesmal insbesondere
prozesshaft orientierte Kulturarbeit („Doing Culture“) sowie
deren sozialkulturelle und (musik- und tanz-)pädagogische Relevanz
ins Blickfeld der Aufmerksamkeit rücken.
Die LV ist ein Angebot im Rahmen des "Schwerpunkt Wissenschaft
und Kunst"/ Kooperation der Paris-Lodron-Universität Salzburg
und Universität Mozarteum Salzburg. Sie steht inhaltlich in Verbindung
mit einem Interdisziplinären Projekt, das mit der "TanzMusikTheaterWerkstatt",
Universität Mozarteum, sowie den Projektpartnern "Österreichische
Hochschülerschaft Mozarteum" (ÖH) und "Katholische
Hochschulgemeinde der Universität Salzburg (KHG)" in der Kollegienkirche
Salzburg stattfinden wird (s. "Interdiziplinäres
Projekt"). Die Themen der künstlerischen Performancearbeit
stehen im engen Dialog mit der textorientierten Arbeit im "Philosophischen
Café". Hier werden Aufforderungskonzepte an die Künste
der Gegenwart fokussiert, um einerseits ihre gesellschaftliche Relevanz
zu hinterfragen und andererseits auf performativer Ebene sozialkulturelle
Praxis als theatrale Form selbst zu erproben.
Basislektüre
HÖRNING, Karl H. und REUTER, Julia (Hg.): Doing Culture. Neue Positionen
zum Verhältnis von Kultur
und sozialer Praxis
Transcript, Bielefeld 2004
SS 2006
Ein anderes "Café für Sokrates"
Nach dem Modell philosophischer Praxis von Marc Sautet ("Ein Café
für Sokrates") werden wir uns auf verschiedene Diskussionsfelder
zwischen Philosophischer Anthropologie – Kunst – Pädagogik
begeben, deren Themen von den Veranstaltungsteilnehmern und -teilnehmerinnen
vorgeschlagen und für je eine Diskussionswerkstatt (i.e. eine Lehrveranstaltungszeit)
aufbereitet werden.
Das Café-Laboratorium ist offen für Studierende aller Studiengänge
sowie für Gäste aus Salzburg und AndersWo. Serviert werden
Tee und Kaffee, zunächst am Lehrveranstaltungsort, später
evtl. an anderen Orten.
Basislektüre
SAUTET, Marc: Ein Café für Sokrates. Philosophie für
jedermann.
Aus dem Französischen übersetzt von Eva Moldenhauer
Winkler, Düsseldorf 2001
WS 2005-2006
Konzepte von Identität – thematisiert und befragt im Rahmen
künstlerischer und kunstpädagogischer Werkstattarbeit
Identität - Ein Konstrukt? Eine Legitimationsformel für Machtinteressen?
Eine "Urform der Ideologie" (T. W. Adorno)?
In dem Wechselspiel zwischen Individualisierung und Entindividualisierung,
zwischen Selbst- und Fremdbestimmung, wird Identität im Zusammenhang
(musik- und tanz-) künstlerischer und künstlerisch-pädagogischer
Werkstattarbeit unter der Perspektive vorläufiger und dynamischer
Lebensentwürfe betrachtet, die immer wieder neu hergestellt werden
müssen. Die Beschäftigung mit ausgewählten Facetten von
personaler und interpersonaler Identität basiert u.a. auf der Auseinandersetzung
mit Konzepten der "Patchwork-Identität" (Heiner KEUPP),
der "Landstreicher"-Identität (Zygmunt BAUMAN) sowie
der "Vielfalt der Teil-Selbste" (Helga BILDEN).
Basislektüre
BAUMANN, Zygmunt: Vom Pilger zum Touristen – Postmoderne Identitätsprojekte
In: KEUPP, Heiner: Lust an der Erkenntnis: Der Mensch als soziales Wesen.
Sozialpsychologisches Denken im 20. Jahrhundert
Piper, München 1995, S. 295–302
BILDEN, Helga: Das Individuum - ein dynamisches System vielfältiger
Selbste
http://www.fmi.uni-passau.de/~huebner/Studium/ws0001_pollack_aest-kom/Helga_Bilden_-_Das_Individuum.pdf,
zus.gefasst v. Chri. Hübner, S. 1–7
KEUPP, Heiner u.a.: Identitätstheorien. Das Patchwork der Identitäten
in der Spätmoderne
Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999
SS 2005
Inszenierung im Kontext ästhetischer Theorie und ästhetischer
Werkstatt
"Inszenierung" ist ein Leitbegriff unserer gesellschaftlichen
Wirklichkeit geworden. Neben unterschiedlichen Konzepten zu Vorgängen
eines In-Szene-Setzens (Martin SEEL, Dieter MERSCH, Erika FISCHER-LICHTE)
werden in dieser LV Inszenierungsarbeiten der Lehrveranstaltungsleiterin
mit der TanzMusikTheaterWerkstatt an der Universität Mozarteum
zur Diskussion gestellt und deren spezifische Parameter – von
interaktiver Impulsdramaturgie bis zur Inszenierung der Nicht-Inszenierung
anhand von langjährigen Dokumentationsarbeiten befragt. Diese Befragungen
werden ergänzt durch Reflexionen über philosophische, sozialkulturelle
und gesellschafts-politische Aspekte im Rahmen weiterer offener Inszenierungsarbeiten.
Falls von den Teilnehmer/innen gewünscht, werden beispielhaft ausgewählte
Ereignis-Impulse zum Anlass für gemeinsame kurze szenische Projektarbeiten
genommen.
Basislektüre
FISCHER-LICHTE, Erika: Ästhetik des Performativen. Kap. 7.1 Inszenierung
Suhrkamp, Frankfurt 2004, S. 318–332
MERSCH, Dieter: Ereignis und Aura. Kap. III "Vom Werk zum Ereignis"
Suhrkamp, Frankfurt 2002, S. 157–244
SEEL, Martin: Inszenieren als Erscheinenlassen. Über die Reichweite
eines Begriffs
In: FRÜCHTL, Josef: Ästhetik der Inszenierung
Suhrkamp, Frankfurt 2001, S. 48–62
WS 2004/05
Performance – als Lebens- und Gesellschaftsentwurf
Auf der Suche nach einem Verständnis einer anthropologisch orientierten
Kunst knüpft die Lehrveranstaltung an Konzepte eines erweiterten
Kunstbegriffs an, einer Grundformel menschlichen Seins, in der Lebens-
und Gesellschaftsentwürfe in ihrer Gesamtheit im Sinne praktischer
Philosophie als Kunst bezeichnet werden.
Im Wechselspiel zwischen Ästhetik und Existenz, zwischen Kunst
und Wissenschaft, zwischen kultureller und sozialer Praxis wird es insbesonders
um die Frage gehen, inwieweit ausgewählte Performance-Konzepte
für eine künstlerisch orientierte Pädagogik fruchtbar
gemacht und in ästhetische Praxisfelder überführt werden
können.
Basislektüre
VENT, Helmi: Performance – Facetten von Lebensentwürfen
In: BASTIAN, Hans Günther / KREUTZ, Gunter: Musik und Humanität
Schott, Mainz 2003, S. 89–106
WS 2003/04
Tanz und komplexe Kulturalität
Die Lehrveranstaltung folgt dem Thema der vom 06. bis
09.11.2003 stattfindenden Tagung der Gesellschaft für Tanzforschung
"Tanz Anders Wo – Tanz und komplexe Kulturalität"
im Tanzquartier Wien (s. Aushang). Aufgrund der Integration ausgewählter
Themenstellungen der Wiener Tagung ist die Lehrveranstaltung nur in
Verbindung mit der Teilnahme an dieser vorlesungsergänzenden Tagung
absolvierbar.
(Gesamtaufenthalt in Wien: 5.–10.11.03)
Aus der Tagungsbroschüre:
"Unsere Raum- und Zeiterfahrungen lösen sich zunehmend
aus den gewohnten geografischen bzw. kulturellen Zusammenhängen.
Migration, elektronische Kommunikation und internationaler Tourismus
führen dazu, daß Identität sich nicht mehr nur durch
den Geburtsort definiert, sondern auch durch ihre Reise durch die Welt
und deren Kulturen. Dabei werden Traditionen aufgenommen, mitgenommen,
neu gedacht und verwandelt. Differenzen werden erlebt und erinnert,
konstruiert und dekonstruiert. Als Körpergedächtnis dieses
Prozesses ist Tanz ein privilegiertes Medium."
Basislektüre
KAROSS, Sabine / WELZIEN, Leonore (Hrsg.): Tanz – Politik –
Identität.
Jahrbuch Tanzforschung, Bd. 11, hsg. i.A. der Gesellschaft für
Tanzforschung
LIT Verlag Münster/Hamburg/London 2001
SS 2003
Positionen in Kunst und Pädagogik
Die Lehrveranstaltung setzt die im WS 2002/03 begonnene Auseinandersetzung
mit dem "Erweiterten Kunstbegriff" nach dem Verständnis
von Joseph Beuys fort, diesmal in Verbindung mit dem "Beuys-Symposion
vom 30.4. – 4.5.2003 in Achberg/ Nähe Bodensee.
Orientiert an den Vorträgen des Symposions werden folgende Fragestellungen
besonders fokussiert:
- Positionen ästhetisch-politischer Bildung vor dem Hintergrund
des "Erweiterten Kunstbegriffs"
- Implikationen der Plastischen Theorie im Sinne Joseph Beuys' für
kunstpädagogisches und in Ableitung für musik- und tanzpädagogisches
Arbeiten
Basislektüre
SCHNEEDE, Uwe M.: Joseph Beuys – Die Aktionen
Hatje Verlag, Ostfildern 1994
WS 2002/03
Zur anthropologischen Dimension von Kunst
Auf der Suche nach einem Verständnis einer anthropologisch
orientierten Kunst knüpft die Lehrveranstaltung beim "erweiterten
Kunstbegriff" (Joseph Beuys) an, einer Grundformel des Seins, in
der Gesellschafts- und Lebensentwürfe in ihrer Gesamtheit im Sinne praktischer
Philosophie als Kunst bezeichnet werden.
Vor diesem Hintergrund richten sich die leitenden Fragen
auf Vernetzungsverfahren
- zwischen Kunst und dem Humanum
- zwischen Kunst und Wissenschaft
- zwischen kultureller und sozialer Praxis als offener Performance
- zwischen Kunst und Kunstpädagogik.
Hier wird es im Wechselspiel zwischen Ästhetik und Existenz
insbesondere darum gehen, das Bewusstsein zu schärfen sowohl für die
eigene als auch für die zu vermittelnde (musik- und tanz-) künstlerische
Praxis.
Basislektüre
HARLAN, Volker: Was ist Kunst?
Werkstattgespräch mit Joseph Beuys
Urachhaus, Stuttgart 1986
SS 2002
Kunst und ihre Funktion
im Bildungsprozess
Wenn das Prinzip Kunst – ob als Entdeckung, Gestaltung,
als Interaktion oder Interpretation, Symbolherstellung oder Lebensart
verstanden – potentiell in uns allen vorhanden ist, stellt sich
die Frage, wie Begegnungsfelder aufbereitet werden können, in denen
Funktionen von Kunst erfahrbar und bearbeitbar sind. Wenn dann darüber
hinaus die vielfältigen Funktionen von Kunst im Rahmen von Bildungsprozessen
in ein Wechselspiel geraten dürfen, besteht die Chance einer Eröffnung
reicher Spielräume für neue Gestaltungs- und Kommunikationsformen.
In diesem Zusammenhang wird eine Pädagogik der Künste
nach der Art und Weise fragen, wie sich künstlerische Bildung im Prozess
und Diskurs konstituieren kann.
Lektüre zur Lehrveranstaltung
(Vortrags-)Texte von Entwicklungspsychologen, Erziehungswissenschaftlern,
und Musikpädagogen, die zum Themenblock "Kunst und ihre Funktion
im Bildungsprozess" im Rahmen des Kongresses "Musik und Mensch"
vom 7.–9. März 2002 an der Universität Mozarteum referiert haben:
Rolf Oerter, Horst Rumpf, Hans Günther Bastian, Wilfried Gruhn, Franz
Niermann.
SS 2001
Anthropologische Aspekte gestaltender Tätigkeit
Nach der Auseinandersetzung mit der "Idee des Gesamtkunstwerks
im 20. Jahrhundert" greift diese Lehrveranstaltung die Schlußdiskussion
der letztjährigen Vorlesung auf, um sie in das Konzept des Lebenskunstwerks
(LKW) zu überführen. Stand am Ende der Gesamtkunstwerk-Idee
die Transformation und Erweiterung gestaltenden Tuns in ein soziales
und anthropologisches Feld, so befragt die Ästhetik des Lebenskunstwerks
das Leben als Kunstwerk selbst. "Wenn Gelb in Blau fließt,
entsteht Grün. Wenn die Kunst im Leben auftaucht kommt es zur Lebenskunst
... eine Kunst, die das Leben erfaßt und durchzieht, so daß
eine neue Kultur entsteht" (Paolo Bianchi, 1999). Inwieweit Lebenskunst
in unserem Kulturkreis als ethische und ästhetische Kultur neue
Realitäten – insbesondere klang- und körperintegrative
Realitäten – schaffen kann, wird eine leitende Fragestellung
der Lehrveranstaltung sein.
Basislektüre
BIANCHI, Paolo: Lebenskunst als Real Life. Kunstforum, Bd. 143, Jan./Febr.
1999
WS 2000/2001
Oder: Eine Übung zur sokratischen Lehrkunst
Nichts gegen allerlei Lehrerhandwerk, nichts gegen eine
gründliche Ziel- und Inhaltsdiskussion, nichts gegen gekonnte methodische
Schritte vor dem Hintergrund einer wohldurchdachten Planung einer Unterrichtsstunde,
nichts gegen solide Fachkenntnisse und souverän beherrschte fachspezifische
Techniken. Allerdings ... Didaktische Fitneß ist nur ein Teil
von dem, was einen Lehr-Lern-Prozeß ausmacht. Diese Lehrveranstaltung
stellt bewußt Unbekanntes und Ungeplantes als Parameter unterrichtlicher
Prozesse in den Mittelpunkt didaktischer Auseinandersetzung. Die "geplanten"
(!) Übungen hierzu können dann ihre Wirksamkeit entfalten,
wenn uns das Nicht-Wissen und die Leere im Kopf keinen Routineball mehr
zuwerfen, der uns sagt, welche nächste methodische Karte wir im
Planspiel Unterricht ziehen könnten. Rettungsringe
für die Schwimm-Übungen in unbekannten Gewässern sind
diverse Schriften von Autoren (schwerpunktmäßig Horst Rumpf),
die uns ermutigen, unser Notfallgepäck an Land zu lassen und während
der Übungen den vermeintlichen Verlust von Souveränität
auszuhalten, um Unvorhergesehenem mit Gelassenheit und dennoch Aufmerksamkeit
zu begegnen. Schließlich werden wir einen Bogen spannen von verschiedenen
Parametern der "Leere" bis zu aktuellen Fragen der Bildungsreflexion
und Bildungskritik.
Basislektüre
RUMPF, Horst: Belebungsversuche. Ausgrabungen gegen die Verödung
der Lernkultur
Weinheim und München 1987
WS 2000/2001
Auf der Suche nach subjektorientierten Parametern
Die Lehrveranstaltung findet teilweise in Kooperation
mit Studierenden anderer Studienrichtungen der Universität Mozarteum
statt. Ausgangspunkt des gemeinsamen praxis- und theoriebezogenen Arbeitens
ist das vokale bzw. instrumentale Können des/der einzelnen Teilnehmer/in
auf der Basis "gelernter" Sing- und Spieltechniken. Durch
Anregungen der Lehrveranstaltungsleiterin sollen die jeweiligen Techniken
in erweiterten kommunikativen Zusammenhängen angewendet und in
entsprechend erweiterten ästhetischen Zusammenhängen künstlerisch
handhabbar gemacht werden. Die erfahrenen Prozesse der Umlenkung
- von präsentativ-solistischer zu partnerorientierter-mitteilender
Tätigkeit
- von reproduktiver zu produktiver Tätigkeit
sollen von den teilnehmenden Studierenden des 2. Studienabschnitts
der Studienrichtung "Musik- und Bewegungserziehung" unter
ausgewählten Perspektiven in schriftlicher Form dokumentiert und
didaktisch reflektiert werden. Aus
Gründen der Kooperation mit Studierenden verschiedener Studienrichtungen
wird die Lehrveranstaltung an 2 Wochenenden kompakt angeboten (s.o.).
Basislektüre
MANTEL, Gerhard (Hg): Ungenutzte Potentiale. Wege zu konstruktivem Üben
Schott Verlag, Mainz 1998
SS 2000
Gesellschaftliche, ästhetische und musik-tanzpädagogische
Aspekte
Das Interesse der Lehrveranstaltung gilt zeitgenössischen
Strömungen und Leitideen des "Labor- und Inszenierungsfelds
Raum". Dabei werden "Musik und Tanz im öffentlichen Raum"
sowie "Der mediatisierte Raum" in ihren verschiedenen sozialen,
ökonomischen und politischen Aspekten den Schwerpunkt bilden. Um
die ästhetischen Hintergründe der genannten Strömungen
verstehen und einordnen zu können, werden auch einige Vorläufer
dieser Erscheinungsformen aus dem 20. Jahrhundert vorgestellt. Leitende
Fragestellungen werden sein:
- Welches Kunstverständnis steht hinter den Rauminszenierungsideen?
- Welche Funktionen übernimmt der öffentliche und mediatisierte
Raum im Bezugsfeld von Musik und Tanz bzw. Musik- und Tanzpädagogik?
- Welche didaktische Bedeutung können jene spartenübergreifenden
Konzepte für musik- und tanzpädagogische Arbeit haben
und mit welchen Entwürfen können Pädagogen auf die
vorgestellten Entwicklungen reagieren?
Grundlage der Orientierung und Auseinandersetzung bilden
ausgewählte Texte sowie Ton- und Videobeispiele (Literatur- und
AV-Liste in der Veranstaltung).
Basislektüre
FOUCAULT, Michel: Andere Räume
In: BARCK, Karlheinz et al. (Hg.): Aisthesis. Wahrnehmung heute oder
Perspektiven einer anderen Ästhetik
Reclam, Leipzig 1990, S. 34–46
WS 1999/2000
Die Idee des
"Gesamtkunstwerks" im 20. Jahrhundert
Die Diskussion um den Begriff Gesamtkunstwerk,
damit einhergehend eine kontroverse Auseinandersetzung über Aufgabe
und Selbstverständnis einer solchen künstlerischen Erscheinungsform,
hat sich nach 1960 verstärkt. Das Verständnis reicht von verschiedenen
Strömungen und Konzeptionen, vom "Totalen Theater" über
"Aktionskunst", "Performance Art", "Audiovisuelle
Experimente", "Multimedia-Art" bis zur Erneuerung des
Gesellschaftsorganismus im Sinne einer "Sozialen Skulptur"
bei Josef Beuys. Hier hat der Begriff Gesamtkunstwerk am wenigsten mit
der "Vereinigung der Künste" zu tun, sondern ist eine
Transformation und Erweiterung gestaltenden Tuns in ein soziales, anthropologisches
Feld hinein, in dem der Bau der Gesellschaft als dem Gesamtkunstwerk
mit künstlerischen Mitteln unternommen werden soll. Inwieweit oben
genannte Ausprägungen im Rahmen erweiterter Kunstbegriffe für
eine künstlerisch orientierte Pädagogik, u.a. Musik- und Tanzpädagogik,
fruchtbar gemacht werden können, wird eine leitende Fragestellung
der Lehrveranstaltung sein.
Basislektüre
SZEEMANN, Harald und SCHEEL, Walter (Hg.): Der Hang zum Gesamtkunstwerk.
Aarau und Frankfurt a.M. 1983
WS 1998/1999
Modern Trends in Central European Art
Lecture (Postgraduate Study Course)
Teaching language: English
The lecture aims to point out: